S.O.S. – Klinik in Not

Seit vielen Jahren schreibt das Klinikum Nordfriesland mit seinen vier Standorten in Husum, Tönning, Wyk auf Föhr und Niebüll hohe Verluste. Mit verschiedenen Maßnahmen wurde in der Vergangenheit versucht, die Kliniken wieder in die Gewinnzone bzw. zumindest in einen weniger defizitären Bereich zu führen.

Da dieses nicht erfolgreich war wurde der Dipl.-Kfm. Karl-Heinz Vorwig, „der bis zum 30. September 2015 Kaufmännischer Vorstand der DIAKO Flensburg war, beauftragt, die Standorte des Klinikums in medizinischer, baulicher und wirtschaftlicher Hinsicht zu untersuchen und Handlungsempfehlungen zu entwickeln.“

Am 3. November 2015 wurden von Karl-Heinz Vorwig nun die Empfehlungen für die Klinikstandorte vorgelegt:

Standort Tönning

Gutachter Karl-Heinz Vorwig schlägt nun in einer Art »Masterplan« ein Paket von Maßnahmen vor, das auch in Zukunft die allgemeine Krankenhausversorgung in Nordfriesland in guter Qualität sichern und die Wirtschaftlichkeit deutlich verbessern soll. So sollen in Tönning in Zukunft Patienten vor allem in einem medizinischen Versorgungszentrum ambulant behandelt werden können. Vorwig rät dem Kreis, die derzeitige stationäre Versorgung in der kleinsten nordfriesischen Festlandsklinik einzustellen: Mit nur 29 Betten und 2.500 stationär aufgenommenen Erkrankten könne das Tönninger Klinikum aufgrund seiner Fixkostensituation nicht mehr wirtschaftlich arbeiten. Die Sicherstellung der Grund- und Regelversorgung gelingt in Eiderstedt schon seit Jahren nur, weil viele Patienten sich ins Husumer Klinikum begeben.

Für den Standort Tönung wurde vom Kreistag Nordfriesland am 23. März 2016 die Schließung beschlossen und zum 31.12.2016 bestätigt.

Standort Husum

Positive Perspektiven sieht der Gutachter vor allem für Husum als den größten der vier Standorte: Er soll die in Tönning und Niebüll wegfallenden Angebote, insbesondere in der Geburtshilfe, aufnehmen. Doch auch hier gibt es Einschränkungen: Vorwig rät, die Husumer Neurochirurgie- und die Physiotherapie-Abteilung zu überprüfen und bei nicht veränderten Defiziten zu schließen. Auch in anderen Bereichen sieht er ein Potenzial für Optimierungen.

Standort Wyk auf Föhr

Für die kleinste Kreis-Klinik in Wyk auf Föhr mit ihren nur 18 Betten schlägt der Gutachter keine Veränderungen vor: Solange die Krankenkassen den seit langem gezahlten jährlichen Sicherstellungszuschlag aufrechterhalten, könne auch der Standort aufrechterhalten werden.

Klinik

Standort Niebüll

In Niebüll sieht der Gutachter einen Bedarf für den Ausbau der geriatrischen Kapazitäten. Er plädiert für den Erhalt einer inneren Abteilung und eine Ergänzung durch ein medizinisches Versorgungszentrum in Kooperation mit der DIAKO. Die dortige Chirurgie soll in eine Tages-Chirurgie mit Anschluss an ein medizinisches Versorgungszentrum umgewandelt werden. Die gynäkologische Abteilung mit der Geburtshilfe sowie die Hals-Nasen-Ohren-Abteilung sollten nach seinem Ratschlag jedoch geschlossen werden. Empfohlen wird außerdem die Umwandlung der Intensivstation in eine Intermediate Care mit deutlich weniger Betten. Überprüft werden sollen nach seinem Vorschlag auch eine Schließung der Notfallambulanz während der Nachtzeiten sowie die Physiotherapiekapazitäten.

 

Das kann nicht die Lösung sein!

Für den Standort Niebüll bedeuten die Vorschläge die Herabstufung von einem Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung zu einer Portalklinik – mit allen negativen Auswirkungen für eine flächendeckende Versorgung in Südtondern.

Diese Abwendung von einer qualitativ gleichwertigen Versorgung aller Bürgerinnen und Bürger im Kreis Nordfriesland können und werden wir nicht akzeptieren. Wir kämpfen für einen Erhalt des Krankenhauses in Niebüll im aktuellen bzw. dem bis vor einigen Monaten noch aktuellen Leistungsumfang. Unser Motto:

Klinik Niebüll kürzen? – niX da!

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